Donnerstag, 19. Dezember 2013

Historische Entwicklung von BPM

Auf der Suche nach Möglichkeiten, sich das Leben bequemer zu gestalten und mit immer weniger Arbeitsaufwand größere Erträge zu erzielen, begann der Mensch, Werkzeuge zur Erleichterung von monotonen Arbeiten zu entwickeln. Bereits im Altertum verwendete der Mensch Windräder, um Maschinen anzutreiben. Damit diese Windräder mit der maximal möglichen Effizienz funktionierten, wurde 1745 ein zusätzliches Getriebe entwickelt, welches das Windrad veranlasste, sich eigenständig in den Wind zu drehen:
der Automatismus war geboren. [1]

Windmühlen waren die ersten vollautomatischen Maschinen.
„Wenn jedes Werkzeug auf Geheiß, oder auch vorausahnend, das ihm zukommende Werk verrichten könnte, . . . so bedürfe es weder für den Werkmeister der Gehilfen noch für die Herren der Sklaven.“
Aristoteles
Bald darauf folgten vor allem im Kontext der industriellen Revolution viele Erfindungen, die einen menschlichen oder tierischen Krafteinsatz mehr und mehr überflüssig machten. Der Einzug der Elektrizität ermöglichte die verteilte Produktion per Fließbandfertigung und die Entwicklung von integrierten Schaltkreisen (sog. „ICs – Integrated Circuits“) wurde eingesetzt, um in den Werkzeugen erstmals Logik zu implementieren.

Die Automatisierung macht den Krafteinsatz des Menschen oft überflüssig.

Taylorismus

Während technische Innovationen immer effizientere Verfahren zur Erhöhung der Produktivität ermöglichten, fand sich die damalige Gesellschaft mit neuen Problemen konfrontiert. Der Taylorismus – der erfolgreiche Versuch, die Produktion vollständig zu rationalisieren und Menschen als Maschinen zu betrachten – führte zu allgemeiner Unzufriedenheit, zunehmender Arbeitslosigkeit, Arbeitsentfremdung und nicht zuletzt auch vermehrt zu physischen und psychischen Gesundheitsstörungen der Arbeiter. [2]

Wandel der Arbeit

Durch den Einsatz der Computertechnologie und der Software-Entwicklung wurde das Verwaltungswesen grundlegend verändert und die Arbeit der Menschen verlagerte sich zunehmend auf Tätigkeiten wie Administration, Planung, Kontrolle und Dienstleistungen. Die Globalisierung erforderte ein koordiniertes Zusammenarbeiten weit voneinander entfernter Filialen und Geschäftspartner. Die zunehmende Virtualisierung der Arbeit brachte viele Systeme zur Verwaltung von Kunden, Verträgen, Lieferketten, usw. hervor.
Der Wandel der Arbeit macht den Menschen zum Verwalter der Dinge.

Insellösungen 

Da diese Anwendungen „in sich abgeschlossen“ sind und für jeweils eine bestimmte Abteilung entwickelt wurden (sog. „Insellösungen“), ist es aufwändig, einen Geschäftsprozess vollständig durch alle Ebenen im Unternehmen zu verfolgen und zu bewerten. Eine Konsequenz dieser Insellösungen waren auch Medienbrüche (z.B. das Ausdrucken von Daten und die erneute Eingabe in das Folgesystem) und damit einher gehende Fehlerraten und Verzögerungen im Business-Zyklus.

Verteilte Architekturen

Bald entstanden Software-Architekturen und Technologien wie z.B. CORBA*, die ein Zusammenarbeiten von heterogenen Systemen ermöglichten. Schließlich ging auch der Architekturtyp „SOA“ – die dienstorientierte Architektur – aus dieser Entwicklung hervor und ermöglichte so die Nutzung der vorher in den Systemen verschlossenen Funktionalitäten als im gesamten Unternehmen angebotene Dienste.
Wie bei einem Speichensystem hält eine SOA die Dienste an einer zentralen Stelle verfügbar.

Diese Dienste können im Rahmen des Geschäftsprozessmanagements (BPM) mit Hilfe von sog. Workflow-Management-Systemen miteinander so verknüpft werden, dass selbst die komplexesten Prozesse, Entscheidungspfade und Geschäftsregeln abgebildet werden können. Der Mitarbeiter wird somit zugunsten der Produktivität zunehmend nicht nur von körperlicher sondern auch von geistiger Arbeit befreit.

Glossar

CORBA = Common Object Request Broker Architecture – eine Middleware mit plattformübergreifenden
Protokollen und Diensten zur vereinfachten Erstellung verteilter Anwendungen in heterogenen
Umgebungen.
SOA = Service-Oriented-Architectue. Ein Paradigma für die Strukturierung und Nutzung verteilter Funktionalität, die von unterschiedlichen Besitzern verantwortet wird.

Quellen:

[1]  Wikipedia: Automatisierung — Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Version: 11 2009.
[2]  Wikipedia: Taylorismus — Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Version: 11 2009.
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