Freitag, 27. Dezember 2013

Vision von SOA und BPM

Um im Zeitalter der Globalisierung als Unternehmen auf dem Weltmarkt bestehen zu können, wird eine solide Infrastruktur benötigt, die es ermöglicht, die global angebotenen Dienste in Anspruch zu nehmen oder die eigenen Dienstleistungen an den Markt zu bringen.
Während die Globalisierung auf der einen Seite die Beschreitung neuer Märkte und Akquise neuer Kundenfelder ermöglicht, erhöht sich gleichzeitig massiv der Konkurrenzdruck. Um nicht in der grauen Masse zu verschwinden, sind Marktanteile ein wichtiges Gut. Deswegen liefern sich die Unternehmen regelrechte Wettrennen, wenn es darum geht, einem Produkt ein neues Feature zu verpassen. Wer zu spät einsteigt, riskiert Teile des Kundenstamms einzubüßen.
Die Globalisierung erfordert eine schnelle Reaktionsfähigkeit am Markt.

Daher fordern Manager neben einer möglichst effizienten Produktion vor allem schnellere Wege von der Idee zur Umsetzung (engl. „Time To Market“). Das ist aber nur möglich, wenn die Abteilungen eines Unternehmens enger zusammen arbeiten und Geschäftsprozesse nicht durch eine zähe Eigenbürokratie gebremst werden.

Verteilte Systeme

Um diese engere Verzahnung der Abteilungen ermöglichen zu können, werden verteilte Systeme geschaffen, die miteinander kommunizieren können und eine Wertschöpfungskette ohne Medienbruch ermöglichen. Um die Kommunikation kontrolliert ablaufen lassen und das Routing elektronischer Dokumente steuern zu können werden zur Abbildung eines Geschäftsprozesses die Geschäftsregeln und Entscheidungspfade in das neue System implementiert.

Vorteile der Prozessvirtualisierung

Dabei soll die Rechnerunterstützung
„die Minimierung der für die Wertschöpfung unproduktiven Transport- und Liegezeiten ermöglichen und den Beteiligten Transparenz über den aktuellen Zustand und die Arbeitsfortschritte verschaffen. Durch die Vorgabe von festen Regeln kann der Ablauf von wiederkehrenden, stark strukturierten Prozessen in einer vom Betrieb gewünschten Art und Weise erzwungen werden.“ [1]
Mit Hilfe elektronischer Geschäftsregeln fällt die Vereinheitlichung und Anpassung von Prozessen leichter.

Qualitätssicherung und Image 

Doch die so standardisierten Geschäftsprozesse spielen nicht nur im Bereich der Qualitätssicherung
eine wichtige Rolle – auch das Image des Unternehmens soll vereinheitlicht werden. Bei einem Stamm von 500 Mitarbeitern und mehr ist es aber sehr aufwändig, diese alle auf einem aktuellen Wissensstand zu halten. So ist es für Sachbearbeiter ohne eine strikte Unterstützung der IT nahezu unmöglich, die jeweils neuesten Geschäftsregeln und Kommunikationspfade zu kennen und sich dem Kunden gegenüber immer gleich
(fair) zu verhalten.

Prozesstransparenz 

Damit ein Unternehmen erfolgreich gesteuert werden kann, muss das Management seinen „Kurs“ kennen und zügig über auftretende Probleme oder Chancen informiert werden.
Wurden erst einmal alle Geschäftsprozesse virtualisiert, so können mit Hilfe von an entscheidenden Knotenpunkten gemessenen KPIs* und dem Einsatz von BAM* auftretende Probleme schneller identifiziert und entsprechende Gegenmaßnahmen eingeleitet werden.

Gerade in den Zeiten einer Weltwirtschaftskrise muss man darauf gefasst sein, dass selbst langjährige Handelspartnerbeziehungen aufgegeben werden müssen. Damit das Unternehmen keine unnötigen Verzögerungen erfährt oder gar einen Produktionsstillstand erleidet, müssen die Geschäftsprozesse sich leicht an neue Handelspartner anpassen können.
Altsystem müssen ersetzt oder so erweitert werden, dass sie moderne Kommunikationsschnittstellen bedienen können.

Erwartungen

Mit Hilfe von SOA und BPM hofft die Industrie, Unternehmensstrukturen erschaffen zu können, die sich mit minimalem Zeit- und Ressourcenverbrauch auf neue Geschäftsprozesse einstellen können, um sich somit einen entscheidenden Vorteil gegenüber der Konkurrenz zu verschaffen. Mitunter gibt es auch die Wunschvorstellung, dass neue Geschäftsprozesse einfach vom Management selbst zusammengeklickt werden können, ohne dass dabei die Einbindung der IT-Abteilung notwendig ist.

Glossar

KPI = Key Performance Indicator – Kennzahl für den direkten Unternehmenserfolg.
BAM = Business Activity Monitoring – Verfahren zur direkten Überwachung des Geschäftswesens
ohne die Zeitverzögerung durch ein DataWareHouse.

Quellen

[1] Hansen, Hans R. ; Neumann, Gustaf: Wirtschaftsinformatik 1 - Grundlagen und Anwendungen. F. X. Bea, B. Friedl, M. Schweitzer, 2005.

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