Freitag, 13. Dezember 2013

Was ist Business Process Management (BPM)?

Begriffsdefinition von Business Process Management

Die Meinungen über die exakte Definition von Geschäftsprozessmanagement, auch Business
Process Management (BPM) genannt, ist in fast jeder Fachlektüre eine andere. Nach der European Association of BPM (EABPM), lautet die Definition von BPM wie folgt:
"Business Process Management ist ein systematischer Ansatz, um sowohl automatisierte als auch nicht-automatisierte Prozesse zu erfassen, zu gestalten, auszuführen, zu dokumentieren, zu messen, zu überwachen und zu steuern und damit auch nachhaltig die mit der Unternehmensstrategie abgestimmten Ziele zu erreichen. BPM umfasst die bewusste und zunehmend IT-gestützte Bestimmung, Verbesserung, Innovation und Erhaltung von End-to-end-Prozessen." [1] 
BPM ist ein wichtiger Baustein in der Unternehmensplanung und -optimierung.

Aspekte von BPM

Mark Treat stellt in seinem Artikel über die Definition von BPM zusammenfassend fest, dass BPM gleichzeitig folgendes darstellt [2]:
  • ein Prozess zur Verwaltung der Geschäftsprozesse
  • eine Management-Disziplin
  • eine Technologie oder ein Set von Technologien
  • ein Framework zur schnellen Entwicklung von Anwendungen

Der Prozessbegriff

Dabei wird unter einem solchen Geschäftsprozess
"die inhaltlich abgeschlossene, zeitlich-sachologische Abfolge der Funktionen verstanden, die zur Bearbeitung eines betriebswirtschaftlichen Objekts notwendig sind." [3]
Prozesse werden mit Hilfe von BPM beschrieben, gesteuert, modelliert, überwacht und optimiert. Dies geschieht durch den Einsatz eines BPMS (Business Process Management System).
Ein Geschäftsprozess realisiert ein unternehmerisches Ziel.

Prozessautomatisierung per Software

Mit Hilfe eines solchen BPMS können manuelle Prozesse elimiert und das Routen von Anfragen zwischen Abteilungen und Anwendungen automatisiert werden. [4] Die Vorteile sind eine erhöhte Sichtbarkeit, identifizierte Flaschenhälse, Optimierung der Ressourcennutzung, Reduktion der Durchlaufzeiten und eine Redefinition von Rollen und Pflichten. [5]

BPM ist nicht gleich BPM

Die Abkürzung "BPM" steht gleichzeitig für "Business Process Management" als auch für "Business Process Modelling" (Geschäftsprozessmodellierung). Während Geschäftsprozessmanagement wie bereits beschrieben die Verwaltung und Verbesserung von Geschäftsprozessen umfasst, so beinhaltet die Geschäftsprozessmodellierung ausschließlich wissenschaftliche Repräsentationsformulismen zur Beschreibung von
"Praktiken oder Maßnahmen, ... um alle Aspekte eines Geschäftsprozesses darstellen oder beschreiben zu können. Dazu gehören der Ablauf, Kontroll- und Entscheidungspunkte, Trigger und Bedingungen für den Aufruf von Aktivitäten, der Kontext, in dem eine Aktivität stattfindet und die dazugehörigen Ressourcen." [6]
Ein Prozessmodell stellt eine grafische Repräsentation eines Prozesses dar.

Dieser Blog befasst sich sowohl mit der Modellierung als auch der Planung und Ausführung von Geschäftsprozessen.

Quellen:

[1] European Association of BPM: BPM Common Body of Knowledge
[2] Mark Treat: What is BPM anyway?, Dezember 2006.
[3] Tobias Rieke: Theoretische Grundlagen der Prozessmodellierung. Westfälische Wilhelms-Universität Münster, Dezember 2003.
[4] OMG: Business Process Model and Notation (BPMN), Januar 2011
[5] Stephen Tillemans: An Introduction to Business Process Management, University of Stellenbosch Business School, August 2010
[6] Nicolai Josuttis: SOA in der Praxis. dpunkt.verlag GmbH, 2009.
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